Die unholde Sabine

Biene von der Schwarzach

war die einzige Tochter eines angesehen Alchimisten. Sie verbrachte mit Vater und Mutter ihre ersten Kindheitsjahre in der freien Reichsstadt Nürnberg. Als ihr Vater dann durch seine Künste zu bescheidenem Reichtum gekommen war, erwarb er Grund und Boden im umliegenden kaiserlichen Reichswald, nahe des Flusses Schwarzach, um dort weiterhin ungestört seine Studien zu betreiben. Biene verlebte hier eine glückliche Kindheit, in der sie viele Freiheiten genoss und von ihrem Vater selbstständig wie ein Knabe erzogen wurde. Eine ihrer liebsten Freizeitbeschäftigungen war es, mit der Großmutter durch die Wälder zu streifen, Kräuter und Beeren zu sammeln und auch die Kunst des Musizierens zu lernen. Dies war wohl auch der Grund, warum sie dann nicht den Wünschen ihres Vaters hier ebenfalls sesshaft zu werden nachkam, sondern ihren Kopf durchsetzte, frei und unabhängig mit fahrendem Volk durch die Lande zu ziehen. Auf ihren Fahrten verdiente Biene von der Schwarzach ihren bescheidenen Lebensunterhalt mit Geschichtenerzählen und Sackpfeifespielen auf Märkten und Turnieren im ganzen Reich.
Auf einem dieser Turniere begab es sich auch, dass sie sich mit Christian zu Wolfsberg und dessen Sippe, als auch mit Michael von Orschel zu den Spielleuten unhold zusammenfand, um eine starke Spielmannsgemeinschaft zu bilden, in der sie fortan die Märkte und Turniere bereisen wollten.

© 2010 by